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| Ahead to the Sea - Urban Pirate Soundsystem The Briefs - Steal Yer Heart Jack's Cannonball - Demo |
Oliver Uschmann - Hartmut und Ich Sarah Schmidt - Dann machen wir's uns eben selber |
Ahead to the Sea - Urban Pirate Soundsystem![]() www.ahead-to the sea.com Wolverine Records Ich bekenne! Ich steh' auf Folk Punk! Jedenfalls, wenn es so erfreulich gut gemachter und abwechslungsreicher ist, wie z.B. die Filthy Thieving Bastards oder DIESE Cd hier! Man bekommt mal keltisch angehauchte Töne zu hören (mit Flöte) mal eher shantyartige Akkordeon unterstützte Weisen und ab und an auch sehr sparsam instrumentierte Balladen die einen an liebliche irische grüne Wiesen denken lassen. Dabei geht es in den Texten keineswegs um "Ich liebte ein Mädchen und trank jede Menge Whiskey!" Nein! Weltpolitik, Krieg oder Faschisten werden aufs Korn genommen. Lieblich harmonisch im M/W Duett gesungen und vom Inhalt volles Brett! Das fand ich schon bei den frühen Chumbawamba Songs genial! Im übrigen bin auch ich der Meinung, daß man die Welt verändern kann! Volle Punktzahl!!! nanette 1/06 |
| The Briefs - Steal Yer Heart (BYO Records)
Verdammt, was zur Hölle nehmen The Briefs bitte eigentlich für Drogen, um schon wieder einen absoluten Killer Album ohne geschmackliche Ausfälle aufzunehmen? Und wer bitte ist dafür verantwortlich, das ich keinen einzigen Song schreiben kann, und die Briefs mittlerweile ihre fünfte (Singles Album eingeschlossen) CD veröffentlichen, und jedes einzelne davon noch so anhörenswert ist, wie zum Zeitpunkt der Beschlagnahme derselbigen für die eigene Plattensammlung? Bitte nicht falsch verstehen, ich bin absolut nicht neidisch, viel eher versuche ich somit etwas unauffälliger (und voll kritisch) das Album abzufeiern (und außerdem können The Briefs dafür bestimmt und wirklich auch keine Reviews schreiben!!). Zugegebenermaßen muss man auch „Steal Yer Heart" nach dem erstmaligen Hören und dem augenblicklichen Einsatz des Frontalvergleiches mit zumindest dem Vorgängeralbum ein zweites Mal hören, und ein 3. und ein 4...., um die kleinen Hits vollends zu verstehen, spätestens beim zweiten Einsatz hat aber die außerstande gesetzte Körperkontrolle den CD Player schon auf Dauerrepeat eingestellt. Wir befinden uns im britischen Seattle, im Jahre 1977 oder so, obwohl ich nun nicht mehr vom Kindersitz des elterlichen Trabis (ok, wir hatten einen Lada – woohoo!) mich über Zunge rausstreckende Punks aufregen muss, sondern selber Nachbars Kinder mit überlauter Musik erschrecken kann, und Seattle ja lustigerweise an der Westküste Amerikas angesiedelt ist. Gott sei dank stirbt nicht jede Musik aus, oder wird vermodernisiert oder ver-Nu- metallt. Auch im Jahre 2005 gibt es immer noch Bands, die im alten Stil frischen neuen Punk auf kleine Silberlinge oder großes Vinyl pressen, und das verdammt gut! Habe ich vergessen zu erwähnen, das ich nicht erwartet hätte, das die Briefs mit „Steal Yer Heart" ihr Vorgängeralbum toppen könnten? Und obwohl das Album trotzdem genauso klingt, wie man es von der Band gewohnt ist, klingt es doch abwechslungsreicher und frischer, und ich bin versucht zu sagen, es wäre das beste, das die unstoppable BriefsTour Maschine hervorgebracht hat. Ohne die Songs auseinander reißen zu wollen, kann man sich hier eine Prise Beatpunk, Rock’n’Roll, New Wave und Streetpunk in Form von kleinen 70ziger Punkstyle Ohrwürmern und lustigen Texten eine halbe Stunde oder mehr gute Laune um die Ohren und Gemüt hauen. Übrigens,
denkt gar nicht erst daran, das Album runterzuladen, ein hübsches Digi
- Pack im Cd Regal ist viel schöner als ein paar einsam verstreute
Soundfiles im MP3 -Player. Das ist wie sich zwischen billiger
Wimperntusche und wasserfestem Mascara für den Strandurlaub zu
entscheiden, um mal im Sinne des Plastic Girls zu sprechen...whoa! m. |
| Jack’s Cannonball - Demo (Fall 2005) Just received a very promising 3 song demo from France! Those Frenchmen come from Lyon and play punk rock with some rock’n roll elements and a quite solid portion of HC in the background, too. You can download those three songs that are on the DEMO from their website, too : www.jackscannonball.com The singer just hits the narrow edge between shouting and screaming just tight, the bass plays some solid lines and altogether it’s a really good piece of punkrock! I don’t like too much the now so fashionable Punk ‘n Roll flames/eightballs/dices rockabillytouched style and YEAH this here is definitely NO such shit . Only negative thing: Why are there naked women instead of men on the website??? P. |
| Mongrel - Demo (Herbst 01) www.mongrel.de 12 Songs auf einer unbetitelten Demo CD. Stil: Melodischer Punk – Emo core. Spielen können die Jungen Burschen alle Anfang 20 schon richtig prima! Feine Melodien, gute Harmonien und ein flottes Tempo lassen die CD ganz angenehm hier durchlaufen! Allerdings nur, wenn man nicht allzu genau auf die Texte hört. Die sind für meinen persönlichen Geschmack einfach zu pubertär emo mäßig, aber ich bin ja auch ne harte abgebrühte Dame auf dem weg zum Rentenalter! Laut gut aufgemachtem Bandinfo sind die Jungs live erfahren und haben schon einige Demos zustande gebracht, kann also nicht mehr lange dauern, biß man wieder von ihnen hört! |
| Oliver Uschmann "Hartmut und Ich" 236 Seiten Fischerverlag - Frühjahr 05 www.hartmut-und-ich.de Hartmut lebt mit dem Ich-Erzähler in einer 2er WG und erlebt absurde, interessante, spannende, komische oder traurige Dinge, ganz wie im wahren Leben. Es geht um Musik, Frauen, Stadtguerilla und ein bißchen Punk. Wannenbäder, Playstation, Fußball, besetzte Häuser, Ebay, die Tücken des Internets oder des täglichen Broterwerbs eines fröhlichen Bummelstudentens und immer wieder die verschiedenen Spielarten der Musik von Crustpunk bis Free Jazz sind die Zutaten zu einer guten Mischung aus Spaß und Ernst des Lebens. Zwar kommen einem beim Lesen einige Situationen bekannt vor, aber ob aus einem Stuckrad-Barre und Konsorten oder der Realität, kann man nicht immer auf Anhieb sagen. Außerdem sind die Hauptpersonen weder die typischen gelangweilten Generation X Pfeifen noch total hippe jugendliche Partydrogenopfer. In sofern kann man die Verlagsbeschreibung "der erste Post-Pop-Roman" gelten lassen. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Kürze und beschreiben jeweils eine abgeschlossene kleine Geschichte, was das Buch ideal für längere Sitzungen in der Badewanne oder auf dem Pott macht. So liest es sich insgesamt angenehm locker, weder platt noch germanistikstudentisch, was meiner Meinung nach eine gelungene Gratwanderung darstellt. Fazit: ein gelungener Debütroman, hätte man ihm damals zu Open End Fanzine Zeiten noch gar nicht zugetraut ;-) |
| Sarah Schmidt "Dann machen wir's uns eben selber" 160 Seiten Verbrecherverlag - Winter 04 www.sarah-schmidt.de Obwohl Sarah eine knappe Generation älter ist, als Oliver und auch die Geschichte zweier Kreuzbergerinnen auf der Flucht vor dem grauen Berlin knapp 20 Jahre früher spielt, taugt sie doch mindestens genauso gut für die heutige Zeit und die heutigen unter 30 jährigen. Im Jahr des GAU von Tschernobyl wollen zwei junge Mütter aus Kreuzberg dem Winter entfliehen und samt Brut Urlaub auf Mallorca machen. Allein wie sie sich die Finanzierung ergaunern ist lesenswert, und überhaupt hat die Geschichte nichts von tristem Betroffenheitsgesülze, wie schwer das Leben einer Alleinerziehenden doch ist, sondern sprüht vor Witz und Lebensfreude. Man kann sich gut in die Zeit vor Aids, Handies und Hartz IV zurück versetzen und mit den Heldinnen mitfiebern, leiden und lachen. Manche Situationen sind nämlich einfach brüllend komisch. Sarah lebt seit 1976 in Berlin, seit den wilden 80ern in Kreuzberg, und man merkt, daß sie einiges von dem erlebt hat, was sie beschreibt. Auch ihr ist nach etlichen Kurzgeschichten, Lesungen und Artikeln ein feines Debüt als Romanautorin gelungen. |